Die in diesem Jahr stark gestiegene und noch steigende Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge spiegelt sich täglich in der Berichterstattung der Medien. Sie ist eine Herausforderung für staatliche Institutionen, Bürger aber vor allem für die Asylsuchenden und Flüchtlinge selber.

Wir Zahnärzte sehen uns generell der Menschlichkeit und Ethik sowie der medizinischen Versorgung erkrankter Personen verpflichtet. Wir möchten in unseren Praxen professionell helfen. Oft ist dies nicht einfach, da durch Sprachbarrieren eine Verständigung kaum möglich ist. Das betrifft die Erhebung der Anamnese, aber auch die Vermittlung der notwendigen Behandlung, die Aufklärung und die darauf basierende Einwilligung des Patienten. Da die Leistungsträger, in der Regel die Gemeinden oder in Vertretung gesetzliche Krankenkassen, zudem nur Behandlungen „akuter Erkrankungen und Schmerzzustände“ übernehmen, muss auch dies beachtet und gegebenenfalls gegenüber Patienten und/oder Begleitpersonen vermittelt werden. Um diese Herausforderung besser meistern zu können, haben Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe einige Informationen zusammengestellt.

Die ehemalige Gesundheitsministerin Barbara Steffens NRW (Bündnis 90/Die Grünen) hat am 28.08.2015 eine Rahmenvereinbarung mit acht gesetzlichen Krankenkassen unterzeichnet, nach der Flüchtlinge zukünftig einen GKV-Versicherungsnachweis („G-Karte NRW“) erhalten können. Damit würde ein direkter Arztbesuch möglich, ohne das bisherige Genehmigungsprozedere bei den Behörden durchlaufen zu müssen. Allerdings kann die mit der AOK NordWest, AOK Rheinland/Hamburg, Novitas BKK, Knappschaft, DAK Gesundheit, Techniker Krankenkasse und Barmer GEK getroffene Absprache aus technischen Gründen erst zu Beginn des Jahres 2016 umgesetzt werden. Darüber hinaus kann jede Gemeinde eigenverantwortlich entscheiden, ob sie eine G-Karte herausgibt, oder den bisherigen Abrechnungsweg beibehält. Es ist mit parallelen Abrechnungswegen zu rechnen.

Gibt es darüber hinaus Informationsbedarf, stehen Ihnen Ihre zahnärztlichen Körperschaften über die üblichen Kommunikationswege gern beratend zur Seite:

KZVWL:  Team Praxisbetreuung 0251 - 507 300 zu allen Fragen, die die Abrechnung betreffen.

ZÄKWL:  Rechtsabteilung 0251 - 507 501 zu allen Fragen des Berufsrechts.

Für den Fall, dass Sie weiterführende Informationen zum Thema zahnmedizinische Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen wünschen oder benötigen, haben wir Ihnen anbei weitere Verlinkungen zusammengestellt.

Downloads

Arbeitshilfe: Zahnärztliche Versorgung von Asylbewerbern und Flüchtlingen