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Warum gibt es Versorgungswerke?

Die zahnärztlichen Versorgungswerke sind entstanden, nachdem der Gesetzgeber die Angehörigen der freien Berufe zu Beginn der 1950er Jahre aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschlossen hat. Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Bundesrepublik Deutschland waren damit von Anfang an auf sich gestellt. Sie mussten also ein System schaffen, das von vorneherein ohne Staatszuschüsse dauerhaft lebensfähig ist. Dies ist gelungen. Wichtiger Grundstein war dabei das System der Verkammerung und Selbstverantwortung der freien Berufe.

Möglichkeiten durch Selbstverwaltung

Selbstverwaltung bedeutet nicht nur Selbstverantwortung. Die Selbstverwaltung eröffnet auch die Möglichkeit, Gestaltungsspielräume in einem demokratisch legitimierten System zu nutzen.

Beispiele: Die Versorgungsleistungen können weiterhin bereits mit Vollendung des 65. Lebensjahres ohne Kürzung in Anspruch genommen werden. Zusätzlicher Versicherungsschutz ist im Rahmen einer Höherversicherung möglich. Besondere Belastungen – etwa bei erstmaliger Niederlassung – können berücksichtigt werden und wirken sich beitragsmindernd aus. Beim Berufsunfähigkeitsschutz besteht keine Verweisungsmöglichkeit auf andere als zahnärztliche Tätigkeiten.

Das Versorgungswerk ist dank seiner Selbstverwaltungsautonomie also exakt auf die Belange der versicherten Mitglieder zugeschnitten.

Und: Alle Mitglieder sind aufgerufen, mit zu gestalten und sich einzubringen.

 

Der Vergleich mit der privaten Rentenversicherung

Die von den Versorgungswerken der Zahnärztekammern gewährten Anwartschaften und Renten sind voll dynamisch, d. h. sie wachsen mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Versorgungswerkes.

Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe muss auch einen Vergleich mit der privaten Versicherungswirtschaft nicht scheuen. Bei der Vermögensanlage sind sowohl die privaten Rentenversicherungen als auch die Versorgungswerke an die Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes gebunden. Das für die Versorgungswerke wie für die privaten Versicherer geltende Versicherungsaufsichtsgesetz gewährleistet also für beide gleich hohe Renditechancen bei vergleichbarem Risikopotential. Doch die Vorteile des Versorgungswerkes gegenüber der privaten Lebens- und Rentenversicherung liegen auf der Hand: als öffentlich-rechtlich strukturierte Versorgungseinrichtung entfallen beispielsweise Akquise- und Werbekosten. Und die Verwaltung selbst arbeitet äußerst effizient und sparsam, der konkurrenzlose Verwaltungskostensatz von etwa einem Prozent belegt dies eindrucksvoll

Es ist außerdem gut zu wissen, dass nach den gesetzlichen und satzungsrechtlichen Vorgaben die erwirtschafteten Überschüsse ausschließlich den Mitgliedern des Versorgungswerkes zu Gute kommen.

Die Mitglieder des Versorgungswerkes können sich von der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen. Diesen Vorteil bietet die private Rentenversicherung nicht.

Darüber hinaus gilt beim Versorgungswerk: Die auf die Anforderungen der versicherten Zahnärztinnen und Zahnärzte angepasste Versorgungssatzung hat auch dazu geführt, dass voller Versicherungsschutz bei Invalidität oder Tod grundsätzlich bereits mit der ersten Beitragszahlung gewährt wird – eine Wartezeit besteht nicht. Jeder Berufsstandangehöriger wird aufgenommen. Und das ohne Gesundheitsprüfung oder Haftungsausschlüsse, wie man sie aus der privaten Versicherung kennt.

 

Was ist anders als in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Anders als in der gesetzlichen Rentenversicherung beruht das Finanzierungsverfahren der Versorgungswerke dabei nicht auf dem sogenannten Umlageverfahren, in dem die jeweils aktive Generation durch ihre Beiträge die Leistungen der Versorgungsempfänger trägt. Wesen der berufsständischen Versorgungswerke ist, dass die Versorgungsleistungen kapitalgedeckt sind. Dies bedeutet: Die Versorgungsleistungen werden aus dem vorhandenen Kapital und den erzielten Kapitalerträgen gezahlt. Im Prinzip spart damit jedes Mitglied seine Rente selbst an.

 

Das Versorgungswerk als Auslaufmodell?

Immer wieder werden die Versorgungswerke mit dem Vorwurf konfrontiert, die Mitglieder der freien Berufe entzögen die sich der Solidarität der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch scheint es vor dem Hintergrund der leeren Kassen lukrativ, das angesparte Vermögen zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung heranzuziehen.

Aber: Die Renten und Anwartschaften der Versorgungswerke sind durch die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes geschützt.

Außerdem haben die Experten der gesetzlichen Rentenversicherung nachgerechnet. Allein aus den Größenordnungen ergibt sich, dass das Vermögen der berufsständischen Versorgungseinrichtungen nur eine kurzfristige Minimalentlastung bei einer Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung bieten würde. Schon mittelfristig würden die Mitglieder der berufständischen Versorgungswerke aber zu einer Belastung der Sozialversicherungsträger. Dies deshalb, weil Freiberufler eine weitaus größere Lebenserwartung haben als der Bevölkerungsdurchschnitt, die Leistungsbezugsdauer also länger ist.

 

 

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