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Versorgungswerk

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Corona-Krise trifft uns alle. Wir wissen, wie hart die Einschnitte, die gerade niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte im Moment zu stemmen haben, sind. Wir möchten daher unser Möglichstes tun, um Sie in dieser schwierigen Zeit zu entlasten. Den Leistungsempfängern möchten wir sagen, dass wir sowohl organisatorisch als auch finanziell für die Krise gerüstet sind und es damit für Sie keinen Grund zur Sorge gibt.

 

Beiträge

Der Verwaltungsrat hat in seiner Dringlichkeitssitzung am 23.03.2020 beschlossen, dass abweichend von § 21 der Satzung im Jahr 2020 an die Stelle des quartalsweisen Beitragseinzuges eine monatliche Zahlungsweise tritt.

Darüber hinaus weist der Verwaltungsrat darauf hin, dass nach § 23 der Satzung die Möglichkeit der Stundung der Beiträge besteht. Wegen der enormen wirtschaftlichen Einschnitte durch das Coronavirus geht der Verwaltungsrat davon aus, dass zumindest zunächst für den Zeitraum von März bis September 2020 die Leistungsfähigkeit aufgrund eines unverschuldeten Notstandes eingeschränkt ist, so dass dem Stundungsantrag kein gesonderter Nachweis hierzu beizufügen ist. Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass sich unsere Regelungsbefugnis nicht auf die sozialrechtlichen Vorschriften bezieht, so dass Arbeitgeber uneingeschränkt verpflichtet bleiben, ihrer Beitragspflicht für angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte nachzukommen.


Laufende Rentenzahlungen trotz Krise sichergestellt

Organisatorisch haben wir sichergestellt, dass die laufenden Rentenzahlungen auch dann ausgeführt werden, wenn wir aufgrund der Lage nicht mehr in Münster arbeiten können.

Neben der organisatorischen Sicherheit ist auch der Zahlungsfluss des Versorgungswerkes sichergestellt. Uns steht eine Liquidität in Höhe von über 100 Mio. Euro – und damit mehr als eine komplette jährliche Rentenleistung – zur Verfügung, um jederzeit unseren Verpflichtungen nachkommen zu können. Diese Liquidität haben wir bereits jetzt angeschafft, ohne dass es noch einer Veräußerung eines einzigen Wertpapieres bedarf.

Darüber hinaus sind unsere Vermögensverhältnisse in jeder Hinsicht stabil. Auch wenn die Krise nicht spurlos an uns vorübergehen wird: Wir haben immer auf Sicherheit gesetzt. Nach aktuellem Stand bleibt damit sogar unsere Dynamisierungsfähigkeit im laufenden Jahr erhalten.

Die Pandemie stellt uns alle vor enorme Herausforderungen. Gerade jetzt zeigt sich aber, welche Vorteile wir mit unserem individuellen, auf uns zugeschnittenen System der berufsständischen Versorgung haben.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Jost Rieckesmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Dr. Ursula von Schönberg, Vorsitzende des Verwaltungsrates

 


 

 

Beiträge 2020 in der Übersicht

 

Allg. Pflichtbeitrag Monat: EUR 1.283,40
Quartal: EUR 3.850,20
1/2 Pflichtbeitrag Monat: EUR 641,70
Mindestbeitrag Monat: EUR 256,68
Höchstbeitrag Jahr: EUR 38.502,00

 

 


 

Überleben im Niedrigzinsumfeld

- Kammerversammlung diskutiert Satzungsänderungen -

 

Seit Jahren begleitet uns Niedrig-, Null- und Negativzins. Das muss doch jetzt irgendwann auch mal vorbei sein.
Eine solche Gesetzmäßigkeit gibt es leider nicht. In Japan lag das Zinsniveau letztmals vor über 30 Jahren über unserem alten Rechnungszins.


In den USA spricht man aber schon von Zinswende.
Auch in den USA ist das Zinssteigerungspotenzial durch die Gefahren eines Abwürgens der Konjunktur durch einen zu hohen Zins und einen zu starken US-Dollar begrenzt.


Geht aber nicht wenigstens ein Impuls von den USA für einen Anstieg des Zinsniveaus in Europa aus?
Das hoffen wir auch. Aber von unseren alten Zinsaussichten sind wir weit entfernt. Und für viele europäische Staaten hilft das niedrige Zinsniveau auch eine hinreichende Schuldentragfähigkeit zu sichern.


Und wenn wider Erwarten doch eine rasche und deutliche Zinswende kommt?
Das wäre die glücklichste Lösung. Allerdings werden in diesem Fall insbesondere Aktien- und Immobilienanlagen, die von dem Zinsverfall in der Vergangenheit besonders profitiert haben, spiegelbildlich wegen der neuen Anlagealternativen unter Druck geraten. Trotzdem wäre dies die günstigste Entwicklung, da in diesem Fall der größte Spielraum für Leistungserhöhungen eröffnet wird. Sich aber allein hierauf zu verlassen wäre fahrlässig.


Das Versorgungswerk hat aber in der Vergangenheit stets die rechnungsmäßigen Anforderungen gestemmt. Warum soll das anders werden?
Zurzeit profitiert die Kapitalanlage des Versorgungswerkes noch von Zinsanlagen, die auf dem alten Zinsniveau getätigt wurden. Hier brechen kurz- bis mittelfristig 30 % renditestarker, sicherer und verwaltungsarmer Anlagen weg.


Können diese Anlagen nicht durch andere Anlagen ersetzt werden?
In den vergangenen Jahren haben wir unser Immobilienportfolio auf einer breiten Basis kontinuierlich ausgebaut. Hier ist die Anlagequote aber zwischenzeitlich ausgeschöpft. Da die meisten Investoren dieses Schlupfloch ebenfalls suchen ist das Preisniveau so gestiegen, dass auch hier größtenteils die rechnungsmäßigen Anforderungen nicht mehr zu erzielen sind. Damit bleibt vor allem der Weg ins Risiko. Das setzt aber auch eine entsprechende Risikotragfähigkeit und entsprechende Risikobereitschaft voraus.


In welcher Größenordnung muss der Rechnungszins angepasst werden?
Der Rechnungszins ergibt sich auf der einen Seite vor dem Hintergrund des wirtschaftlich Möglichen. Auf der anderen Seite muss er aber auch so hoch sein, dass gerade junge Mitglieder noch eine angemessene und auskömmliche Versorgung erlangen können. Wir streben deshalb einen durchgängigen Rechnungszins von 2,25 % an.


Müssen dafür Leistungen gekürzt werden?
Laufende Renten und die Höhe bereits erlangter Anrechte sollen erhalten bleiben. Ebenso soll ein umfassender Schutz für rentennahe Mitglieder erfolgen. Hierfür ist die Erhöhung der Deckungsrückstellung um weitere rund 850 Mio. Euro erforderlich.


Wie ist die Gegenfinanzierung geplant?
Die Gegenfinanzierung erfolgt über 3 Bausteine. Fast ein Drittel des zusätzlichen Kapitalbedarfes soll durch Anpassungen im Leistungsrecht gegenfinanziert werden. Ein weiteres Drittel wird durch einen künftigen Umlageanteil ausfinanziert. Der schließlich verbleibende Teil soll über die nächsten Jahre sukzessive nach dem Muster der letzten Rechnungszinsabsenkung ausfinanziert werden.


Wie sehen die Einschnitte im Leistungsrecht aus?
Den Kern bildet die Rente mit 67. Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1959 steigt die Altersgrenze jährlich um 2 Monate an, so dass der Jahrgang 1959 mit 65 Jahren und 2 Monaten Anspruch auf Regelaltersrente hat, während der Jahrgang 1969 mit 66 Jahren und 10 Monaten die Altersgrenze erreicht. Für den Geburtsjahrgang 1970 gilt dann erstmals die Rente mit 67.

Geburtsjahrgang Lebensalter
1953 65 Jahre
1954 65 Jahre
1955 65 Jahre
1956 65 Jahre
1957 65 Jahre
1958 65 Jahre
1959 65 Jahre und 2 Monate
1960 65 Jahre und 4 Monate
1961 65 Jahre und 6 Monate
1962 65 Jahre und 8 Monate
1963 65 Jahre und 10 Monate
1964 66 Jahre
1965 66 Jahre und 2 Monate
1966 66 Jahre und 4 Monate
1967 66 Jahre und 6 Monate
1968 66 Jahre und 8 Monate
1969 66 Jahre und 10 Monate

 

Daneben erfolgen Anpassungen bei der Hinterbliebenenversorgung. Die Berechnungsgrundlage für die Witwen- und Witwerrente, die jetzt in der Regel 66,6 % der Ansprüche des Mitgliedes beträgt, soll sukzessive auf 60 % für den Regelfall gekürzt werden. Die Bemessungsgrundlage bei der Waisenrente wird von 33,3 % auf 30 %, die der Halbwaisenrente von 16,6 % auf 15 % herabgesetzt. Bei der Berufsunfähigkeitsrente gibt es hingegen zunächst eine Weiterung. Spiegelbildlich zu der längeren aktiven Tätigkeit der Mitglieder soll die Grenze für den Leistungsbeginn der Berufsunfähigkeitsrente von 60 Jahren auf 62 Jahre angehoben werden. Zur Gegenfinanzierung wird die Hochrechnung der Beiträge bei Berufsunfähigkeit aber ebenfalls auf das 62. Lebensjahr begrenzt. Schließlich werden die Zu- und Abschläge für die vorzeitige Inanspruchnahme oder das Hinausschieben von Leistungen überprüft und an das aktuelle Zinsniveau angepasst.

 

Bedeutet Umlageanteil dass Kapital, das aktive Mitglieder oder Rentner bereits eingezahlt haben, an junge Zahnärztinnen und Zahnärzte umverteilt wird?
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Auch in der Vergangenheit waren die auf das Erreichen der Altersgrenze hochgerechneten Leistungsansprüche nur dann vollständig ausfinanziert, wenn der zugrunde liegende Zins und Zinseszins erwirtschaftet wird. Durch Niedrig-, Null- und Negativzins droht gerade an dieser Stelle zukünftig ein Nachfinanzierungsbedarf zu entstehen, der durch die Umlage aus den laufenden Beiträgen gedeckt werden soll. Umlage bedeutet damit nichts anderes als die Erstreckung der Nachfinanzierung auch auf zukünftige Generationen. Nach den versicherungsmathematischen Berechnungen beträgt der Umlageanteil 6 % der aktuellen Deckungsrückstellung und ist damit so moderat gewählt, dass er in wirtschaftlich besseren Zeiten wieder zurückgefahren werden könnte.


Gibt es Spielräume für breitere Übergangsvorschriften oder ein höheres Leistungsniveau?
Selbst der reduzierte Rechnungszins von 2,25 % ist in Zeiten von Niedrig-, Null- und Negativzins ambitioniert. Rund 10 % der Deckungsrückstellung müssen kurz- bis mittelfristig aus den Überschüssen der nächsten Jahre nachfinanziert werden. Auch dies ist alles andere als eine einfache Aufgabe, zumal mit den steigenden Anlagerisiken auch die Sicherheitsrücklage gestärkt werden muss. Spielräume für einen breiteren Schutz bestehen damit nicht.

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