25/11/2020

Ach du Schreck: Zahn abgebrochen – was nun?

Verletzungen im Mund-Kieferbereich können im Alltag schnell passieren.

Verletzungen im Mund-Kieferbereich können im Alltag schnell passieren. Insbesondere kleine Kinder verletzen sich leicht beim Spielen und Herumtoben an ihren Zähnen. Meist bricht ein Zahnstück ab oder ein Zahn wird komplett ausgeschlagen.

Jost Rieckesmann, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL): „Patienten sollten so schnell wie möglich ihren Zahnarzt aufsuchen. Je nach Schwere der Verletzung können Zahnbruchstücke mit Hilfe eines Spezialkunststoffes wieder befestigt werden. Ob der Zahn zu retten ist, hängt allerdings maßgeblich von dem Zustand des Bruchstücks oder des ausgeschlagenen Zahns ab.“

Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZVWL) ergänzt: „Innerhalb von Minuten können ausgeschlagene Zähne ohne richtige Vorkehrung austrocknen. Wir empfehlen, eine sogenannte Zahnrettungsbox bei sich zu führen. Die Box enthält eine spezielle Zellnährlösung, die das Austrocknen des Zahnes verhindern soll.“

Wer sich eine Zahnrettungsbox zulegen möchte, kann dazu am besten seinen Zahnarzt befragen, sich die Handhabung erklären lassen und anschließend eine Box in der Apotheke besorgen.

Verhalten beim Zahnunfall:
• Den Zahn oder das Zahnbruchstück suchen
• Zahnstück mit sauberen Händen aufnehmen
• Nur an der Zahnkrone anfassen, die Wurzeloberfläche darf nicht berührt werden
• Zahn nicht säubern, desinfizieren oder ähnliches
• Zahn feucht halten: am besten einfach in die Zahnrettungsbox geben (akzeptierte Lage-rungsdauer in der Box: 24-48 Stunden)
• Zahnarzt oder Zahnklinik kontaktieren

Wenn keine Zahnrettungsbox zur Hand ist, helfen auch andere Aufbewahrungsmethoden, allerdings verkürzt sich die Lagerungszeit des Bruchstückes deutlich:
• Speichel (in Gefäß gesammelt), 15-30 Minuten
• Frischhaltefolie, 15-30 Minuten
• Isotone Kochsalzlösung aus der Apotheke, 30 Minuten
• H-Milch, 1-2 Stunden

Absolut ungeeignet zur Aufbewahrung des Bruchstückes sind: Trockenlagerung, Wasser, ein feuchtes Taschentuch oder die Mundhöhle.

Sie sind zum Beispiel beruflich unterwegs und wissen nicht genau, wo Sie den nächsten Zahnarzt finden? Die ZÄKWL und die KZVWL bieten dafür auf ihrer Website einen Praxis-suchdienst für Westfalen-Lippe an: www.zahnaerzte-wl.de/praxissuchdienst

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KZVWL/ZÄKWL
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