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Gesetzliche Verpflichtung nach §§ 135a ff. SGB V

Einrichtungsinternes Qualitätsmanagement gem. § 135a Abs. 2 Nr. 2 SGB V

Die an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte sind gem. § 135a Abs. 2 Nr.2 SGB V dazu verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Änderung der sektorenübergreifenden QM-Richtlinie hat der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) im Juli und September 2020 beschlossen, diese sind mit Wirkung zum Dezember 2020 in Kraft getreten. Die QM-Richtlinie beschreibt die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement. Die KZVen sind verpflichtet, eine jährliche Überprüfung mindestens zwei Prozent zufällig ausgewählter Zahnärzte durchzuführen. Diese ausgewählten Vertragszahnärzte werden zur Vorlage einer schriftlichen Dokumentation aufgefordert. Hierzu ist seitens des G-BA ein „Berichtsbogen" entwickelt worden. Des Weiteren hat die KZBV dazu ein erläuterndes Glossar erstellt. Die KZBV wiederum ist verpflichtet, dem G-BA zweijährlich über den Umsetzungsstand des einrichtungsinternen Qualitätsmanagement in den zahnärztlichen Praxen zu berichten.

Das Thema Qualität gewinnt in der gesundheitspolitischen Diskussion immer mehr an Bedeutung. Seit vielen Jahren bekennt sich die Vertragszahnärzteschaft zu der fortlaufenden Förderung von Qualität in der zahnärztlichen Praxis. Um das zunehmend wichtiger werdende Thema Qualität umfassend abzubilden, hat die KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung) umfassende Informationen zum Thema "Qualitätsförderung" auf ihrer Website gestellt. Unter folgendem Link

                                       http://www.kzbv.de/qualitaetsfoerderung.81.de.html

erhalten Sie in diesem Zusammenhang einen Überblick über die wichtigsten Bereiche der Qualitätsförderung wie z. B. das Gutachterwesen, das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement, Qualitätszirkel, Leitlinien, die Zahnärztliche Agenda Qualitätsförderung u.v.m.

 

Änderung der Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL) ab 2021

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Im Juli und September 2020 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Änderungen der Qualitätsmanagement-Richtlinie (QM-RL), die nach Nichtbeanstandung des BMG am 09.12.2020 in Kraft getreten sind.

Neben redaktionellen Änderungen in Teil A und einer Ergänzung zum Akutschmerzmanagement, die sich ausdrücklich nicht an Vertragszahnärzte richtet, erhalten Sie nachstehen eine Zusammenfassung der für Sie relevanten Änderungen.

Neuer QM-Berichtsbogen zur Erhebung und Darlegung des aktuellen Stands der Umsetzung und Weiterentwicklung von einrichtungsinternem Qualitätsmanagement

Der G-BA ist gemäß § 6 Abs. 2 QM-RL seinem Auftrag nachgekommen unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) die konkreten Vorgaben für die regelmäßige Erhebung und Darlegung selbst zu bestimmen. Der bisherige Berichtsbogen bestand aus einer tabellarischen Darstellung der QM-Instrumente und der Nachweis des Entwicklungsstands wurde durch Ankreuzen der Phasen des PDCA-Zyklus erbracht. Dieser wird nunmehr durch größtenteils geschlossene Fragen ersetzt.

Der ursprüngliche Entwurf des IQTIG für den zahnärztlichen Bereich umfasste 116 Fragen. Nach intensiven Beratungen im G-BA durch den Einsatz der KZBV konnte sich auf 28 Fragen geeinigt werden! Diese stellen Abschnitt B des neuen QM-Berichtsbogens „Methoden und Instrumente des Qualitätsmanagements“ dar.

Der neue Berichtsbogen besteht insgesamt aus vier Teilen:

-A „Praxismerkmale“

-B „Methoden und Instrumente des Qualitätsmanagements“

-C „Ergänzende Angaben“

-D „Datum und Unterschrift“

Die Richtlinie inklusive des Berichtsbogens sowie das Glossar der KZBV stehen Ihnen im Downloadbereich zu Verfügung.

Neue Stichprobengröße und Erhebungsintervall

Die bislang jährliche Stichprobe in Höhe von 2% ist nun bundeseinheitlich nach Maßgabe der KZBV entweder jährlich auf mindestens 2,5 % oder zweijährlich auf 4% zufällig ausgewählte an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmende Einrichtungen zu ändern.

So konnte ebenfalls durch den intensiven Einsatz der KZBV eine Erhöhung der Stichprobengröße vermeiden werden und die KZBV hat in Abstimmung mit den KZVen auf zweijährliche Stichprobe in Höhe von 4% festgelegt.

Außerdem konnte eine Ausschlussregelung für die Folgeziehung, für die in der Stichprobe enthaltenen Einrichtungen vereinbart werden.

Neuer Anwendungsbereich „Prävention von und Hilfe bei Missbrauch und Gewalt“

Praxen sind nun verpflichtet Hilfsbedürftige Menschen, wie z. B. Kinder und Jugendlich vor Missbrauch und Gewalt zu schützen. Der G-BA kommt damit politischen Empfehlungen nach, in allen Einrichtungen wirkungsvolle Schutzkonzepte zu schaffen, um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche abzuwenden und so die betroffenen in die Lage zu versetzten Unterstützung und Hilfe zu erhalten.

Der Kernprozess besteht demnach darin, Maßnahmen vorzuhalten, um Anzeichen von Missbrauch und Gewalt zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch Missbrauch und Gewalt vorzubeugen und zu verhindern. Um dieser besonderen Aufgabe gerecht zu werden, eignet sich z. B. die Entwicklung eines Schutzkonzepts. Dazu gehören u. a. die Sensibilisierung des Teams und Maßnahmen, wie z. B.:

  • Schulungen/Fortbildungen
  • Verhaltenskodizes
  • Handlungsempfehlungen im Verdachtsfall/Interventionspläne

Aber auch die Ausgabe von Informationsmaterial oder Kontaktadressen ist Teil eines umfassenden und wirkungsvollen Schutzkonzeptes. Sofern sich Ihre Praxis primär die Versorgung von Kindern und Jugendlichen -also der Hauptzielgruppe- gewidmet hat, ist dieser Anwendungsbereich umso wichtiger. Es gilt Maßnahmen zu integrieren, wie beispielsweise: 

  • gezielt mit der Prävention und Intervention befassen
  • bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch z. B. eine Risiko- und Gefährdungsanalyse erstellen

Nützliche Hinweise und Vordrucke als Hilfestellung für die Praxen finden Sie auf der Website der BZÄK unter https://www.bzaek.de/recht/haeusliche-gewalt.html

Vorgaben für eine einheitliche Struktur der QM-Berichte

Wie bisher besteht für die KZVen eine Berichtspflicht über die Ergebnisse der Erhebung an die KZBV sowie für die KZBV eine Berichtspflicht gegenüber dem G-BA. Aufgrund des neuen Intervalls, berichten die KZVen nunmehr zweijährlich bis zum 31.01. des Folgejahres, also erstmals zum 31.01.2022 und die KZBV ebenfalls zweijährlich bis zum 31. Juli des Folgejahres, erstmals für das Jahr 2021.

 

Qualitätssicherung nach § 135b Abs. 2 SGB V

Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen sind gemäß § 135b Absatz 2 SGB V verpflichtet, die Qualität der vertragszahnärztlichen Leistungen im Einzelfall durch Stichproben zu prüfen. Sie vergewissern sich der Qualität durch Qualitätsprüfungen, dessen Rahmenbedingungen der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 21. Dezember 2017 in einer Qualitätsprüfungs-Richtlinie (QP-RL-Z) beschlossen hat, die am 1. April 2018 in Kraft getreten ist.
Die Qualitätsprüfungs-Richtlinie regelt Auswahl, Umfang und Verfahren aller, auch zukünftiger Qualitätsprüfungen.
Die konkrete Ausgestaltung der Qualitätsprüfungen durch Prüfthema, Vorgaben der Stichprobengröße, Verfahren der Pseudonymisierung und Kriterien zur Bewertung erfolgt in den jeweiligen Qualitätsbeurteilungs-Richtlinien (QB-RL-Z).

Das Plenum des G-BA hat am 18.04.2019 die ergänzende Qualitätsbeurteilungs-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung Überkappung nach § 135b Abs. 2 SGB V (QBÜ-RL-Z) verabschiedet. Mangels Beanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist die QBÜ-RL-Z mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Juli 2019 in Kraft getreten.

Voraussetzung um in den Prüfpool zu gelangen ist, eine Abrechnung der Indikatorleistung direkte oder indirekte Überkappung (Cp oder P) in Verbindung mit mindestens einer Folgeleistung (endodontische Maßnahmen oder Extraktion), am selben bleibenden Zahn bei mindestens 10 Behandlungsfällen innerhalb eines Abrechnungsjahres. Aus diesem Prüfpool werden jährlich 3 % der Praxen nach dem Zufallsprinzip als Stichprobe gezogen. Innerhalb dieser Stichproben werden die 10 Behandlungsfälle ebenfalls nach dem Zufallsprinzip ermittelt.

Die Prüfung bezieht sich ausschließlich auf die korrekte Indikationsstellung für die direkte oder indirekte Überkappung. Grundlage ist die eingereichte schriftliche und evtl. bildliche Dokumentation. Eine Prüfung der Folgeleistung(en) erfolgt nicht.

Als Ergänzung der QP-RL-Z hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) die Qualitätsförderungsrichtlinie (QF-RL-Z) erlassen. Das Ziel ist die bundeseinheitliche Umsetzung der Qualitätsprüfungen

Ansprechpartner:

Nadine Göcke  

Tel.: 0251 507-178

Fax: 0251 507-65-178    

nadine.goecke@zahnaerzte-wl.de

Anja Mikolajek

Tel.: 0251 507-163

Fax: 0251 507-65-163

anja.mikolajek@zahnaerzte-wl.de

 

! Bitte beachten Sie - aus Gründen des Datenschutzes - die Ihnen im Anforderungsschreiben zugewiesene Sachbearbeiterin, sofern Sie im Rahmen der Qualitätsprüfung angeschrieben wurden. !

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