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Münster, 5. November 2020

Patienten mit Diabetes weisen ein deutlich höheres Risiko auf, an Parodontitis, einer chronischen Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat, zu erkranken. „Diabetiker, die schlecht eingestellt sind und hohe Blutzuckerwerte haben, leiden dreimal häufiger an Entzündungen des Zahnhalteapparats, als Menschen ohne Diabetes,“ erklärt Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL) anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zudem eine enge Wechselwirkung zwischen der Mundgesundheit und der Allgemeingesundheit. So kann eine Parodontitis auch eine Diabetes-Erkrankung begünstigen oder verstärken,“ ergänzt Jost Rieckesmann, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL). Gerade jetzt wichtig zu wissen: Diabetes stellt ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19 Erkrankung dar. Durch die direkten Beziehungen zwischen Parodontitis und Diabetes hat auch die Mundgesundheit einen Bezug auf die Risiken von Covid-19.

Vorbeugung durch Vorsorge

Diabetiker sollten daher neben einer guten Einstellung des Diabetes mellitus und vielen anderen Faktoren auch ihre Mundgesundheit gut im Blick haben. „Die Vorsorge beim Zahnarzt und damit die gegebenenfalls frühzeitige Behandlung einer Parodontitis sollte daher fest in das persönliche Diabetes-Management eingeplant werden. Zudem empfehlen wir, regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung. Diese hilft deutlich dabei, das Parodontitisrisiko zu mindern, außerdem wird eine möglichweise schon vorhandene Zahnbettentzündung eingedämmt,“ erklärt Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Uni Witten/Herdecke.

Denn die chronische Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat verläuft meist schmerzfrei und bleibt vom Patienten oft längere Zeit unbemerkt. „Der Zahnarzt prüft, ob das Zahnfleisch gesund ist, schätzt das Risiko einer Parodontitis ein und gibt dem Patienten wichtige Tipps zur Pflege mit,“ so Seib und Rieckesmann weiter. Wer seinen Blutzuckerspiegel gut eingestellt hat, senkt damit auch aktiv das Risiko, an Parodontitis zu erkranken – und beugt damit auch anderen Folgeerkrankungen vor, die durch chronische Entzündungen entstehen.

Der Zahnarztbesuch in Corona-Zeiten

Sehr hohe Hygienestandards in den Zahnarztpraxen stellen auch während der Coronakrise sicher, dass Behandlungen in gewohnter Qualität und Sicherheit durchgeführt werden können. Die Zahnärzte und deren Mitarbeiter behandeln wie gewohnt mit passender Schutzkleidung, alle Instrumente werden sterilisiert und frisch aufgelegt, der Behandlungsraum sorgfältig desinfiziert. Kein Patient muss sich also vor dem Zahnarztbesuch Sorgen über ein erhöhtes Infektionsrisiko machen. Bei Fragen zu den besonderen Schutzmaßnahmen wird der telefonische Kontakt zur behandelnden Zahnarztpraxis empfohlen.

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