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Münster, 1. Oktober 2020

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Ursprünglich sollte die Möglichkeit der Berechnung der Hygienepauschale zum 30. September 2020 auslaufen, ...

... da der PKV-Verband und die Beihilfe das bisherige Verfahren nicht verlängert haben. Kurz vor Fristablauf wurde nun die Regelung überraschend - allerdings zu deutlich verschlechterten Bedingungen - fortgeschrieben. Es ist klarzustellen, dass dies nur eine mögliche Berechnungsform neben anderen ist, die gleichrangig nebeneinander stehen und alternativ empfohlen werden können.

Wir möchten Ihnen nachfolgend drei unterschiedliche, rechtssichere Abrechnungsmöglichkeiten aufzeigen, die den Patienten zur Zahlung verpflichten, um die coronabedingten Hygienemehrkosten geltend zu machen.

1) Die Hygienepauschale 3010a kann vom 01.10. – 31.12.2020 zum 1,0-fachen Satz weiter berechnet werden. Darauf haben sich kurzfristig der PKV Verband und BZÄK geeinigt. Diese wird mit einer Gebühr von 6,19 € je Sitzung seitens der PKV erstattet.

2) Die erforderlichen Kosten können bei der Bemessung des Faktors gem. § 5 Abs. 2 GOZ bei einer erbrachten Leistung je Sitzung berücksichtigt werden. Dazu ist eine spezifische Begründung erforderlich (z. B. Umstände bei der Ausführung). Ob diese Begründung bei den Kostenerstattern Anerkennung findet, kann nicht prognostiziert werden. Eine Zahlungsverpflichtung des Patienten besteht trotzdem.

3) Die erforderlichen Kosten können durch Festsetzung eines Steigerungsfaktors mit dem Patienten vor der Behandlung gem. § 2 Abs. 1 und 2 GOZ vereinbart werden. Auch eine solche Vereinbarung erfährt möglichweise keine Erstattung, verpflichtet aber ebenfalls den Patienten zur Zahlung.

Sofern Sie die Hygienepauschale in der bisherigen Form und Höhe weiterberechnen wollen, besteht keine Zahlungsverpflichtung seitens des Patienten, da es an einer diesbezüglichen Rechtsgrundlage mangelt.

Ob bei einer anderen Berechnung als GOZ 3010a zum 1,0-fachen Satz die Erstattung der 6,19 € erfolgt, kann nicht beurteilt werden.

Hier geht es zum GOZ-direkt Nr. 6.

 

 

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